Kinder- und Jugendarbeit


„Ich gehe in meiner Arbeit auf“

LVZ vom 05.09.2014 | Autor: Roger Dietze

Colditz. Nach den Ferien ist für Maria Sembdner vor den Ferien. Kaum hat die Leiterin der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Jugendcenter Colditz (JCC) die letzten Übernachtungsgäste im Rahmen des Sommerferien-Programms verabschiedet, denen bei einer Nachtwanderung von eigens angeheuerten Gespenstern ein gehöriger Schrecken eingejagt wurde, da stecken die Sozialpädagogin und das Team ihres Trägers - das Bildungs- und Sozialwerk Muldental e.V. (BSW) - bereits schon wieder mitten in den Vorbereitungen für die Herbstferien.


                                        

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„Für die gemeinsam mit dem Verein „KinderZeit“ in Tanndorf veranstaltete Kinderspielstadt in der ersten Ferienwoche sind noch Plätze frei“, wirbt die 26-Jährige in eigener Sache. Wobei Werbung für die JCC-Ferienangebote nicht unbedingt notwendig ist. „In den Sommerferien sind fast alle Angebote gut bis sehr gut angenommen worden, sodass ich sogar einigen Eltern bei manchen Veranstaltungen absagen musste“, so Maria Sembdner, die mit ihren Schützlingen unter anderem auf Schatzsuche ging, den Freizeitpark Plohn besuchte, in der Sternwarte nach den Sternen griff und das perfekte Dinner zusammenstellte.

Dabei hatte die gebürtige Ostsächsin aus der Nähe von Kamenz, die zuletzt in psychiatrischen Kontakt- und Beratungsstellen tätig war, bis zur Übernahme der Leitung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im vergangenen Herbst nur wenig Erfahrung im sozialpädagogischen Umgang mit Kindern und Jugendlichen gesammelt. „Ich war schon ein wenig gespannt darauf, wie die Sache anlaufen würde, kann aber nach einem knappen Jahr sagen, dass mir die Arbeit nicht nur sehr gefällt, sondern dass ich in ihr regelrecht aufgehe.“ Dabei komme ihr zugute, dass sie sich auf den Nachwuchs einlassen könne und - im Rahmen ihrer Leitungstätigkeit - offen für jeden Blödsinn sei. „Kinder mögen es sehr, wenn Erwachsene zu `Kindern´ werden und sich auf sie einlassen“, hat die 26-Jährige ihre Beobachtungen gemacht. Dabei hofft sie, dass dieses gute Verhältnis zu den JCC-Gästen dabei mithelfen kann, eine stärkere Frequentierung des von dem Jugendcenter angebotenen „Offenen Treffs“ zu erreichen. Dort können die Kids ihre Zeit im JCC täglich frei gestalten. Dafür sind allerhand Spieluntensilien und auch Kreativmaterial vorhanden. „Die Nutzung dieses Angebotes ist auf jeden Fall noch ausbaufähig, wir stehen diesbezüglich allerdings wie andere Jugendeinrichtungen auch in einem Wettbewerb zu Fernseher, Computer und den diversen sozialen Netzwerken, so die Sozialpädagogin, die ihre Leitungsfunktion derzeit zu gut 75 Prozent im Rahmen ihrer Anstellung beim BSW ausübt. In der übrigen Arbeitszeit führt Maria Sembdner, zusammen mit einer Kollegin, auf Mutterschaftsvertretung das Kompetenztraining an der Oberschule fort, in dessen Rahmen die Döbelnerin mit sozialstarken ebenso wie mit sozialschwächeren Schülerinnen und Schülern am Ausbau von Fähigkeiten etwa in den Bereichen Persönlichkeit, Konzentration und Ausdauer arbeitet. Die auf diese Weise aufgebauten Kontakte lässt die studierte Sozialpädagogin wiederum dem Jugendcenter zugute kommen. „Dass wir beispielsweise in diesem Jahr unsere Ferienangebote den Zeugnissen beilegen konnten, ermöglichte uns einen unmittelbaren Zugang zu unserer Zielgruppe“, so Maria Sembdner, die im JCC auf eine handvoll engagierte Vereinsmitglieder im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit zurückgreifen kann. „Auch mit dem JCC-Vorstand klappt die Zusammenarbeit problemlos.“                                                                       

 

 

 

 

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